moskitos must die and socks on the rocks

Cambodia oder doch Kambodscha? Naja, nicht nur der Name liest – und spricht – sich unterschiedlich; wir staunten vielmehr während der ersten Tage in diesem so überaus ruhig, entspannt und fröhlich wirkenden Land über etwas ganz anderes: das Geld. Wir waren – um genau zu sein – schlichtweg währungsverwirrt. Nachdem uns Sri Lanka (1:150) und Nepal (1:100) mit ihren Umrechnungskursen durchaus entgegengekommen sind, war schon Thailand (1:45) eine nicht zu verachtende Herausforderung. Nun aber kommt Kambodscha (wir haben uns hier auf die deutsche Schreibweise festgelegt): die offizielle Landeswährung ist der (oder die) Riel, daneben existiert aber als semioffizielles und “touristenfreundliches” Zusatzgeld der allseits bekannte US-Dollar. Die beiden sind fix 1:4000* aneinander gekoppelt und Geldautomaten geben i.d.R. Dollar aus. Zu unserer Überraschung hat bislang noch kein Khmer versucht uns gegenüber den Wechselkurs trotz allen Verhandlungsgeschicks zu seinen Gunsten zu verändern. Im Alltag gestaltet sich das nun so: “große” Beträge, wie Busfahrten, Hotelzimmer, Eintrittspreise u.ä., werden in USD ausgeschrieben und kleinere Beträge – Obst, Straßenessen, etc. – sind in Riel gekennzeichnet. Das Wechselgeld besteht dann meist asiatisch flexibel aus beiden Währungen und man braucht dreimal so lange zum Nachzählen und Wegsortieren – aber auch hier ein Lob an die Khmer: Wir sind bislang hierbei noch nicht besch… worden (oder habens beim Nachzählen nicht bemerkt). Den Vogel schießt nun aber die Grenzregion zu Thailand ab, denn trotz stetig schwelender Grenzkonflikte der beiden Länder ist der Thai Bhat dort eine feste Drittwährung. Den genauen Umrechnungskurs zwischen Riel/USD und Bhat haben wir noch immer nicht herausgefunden, aber in einem Supermarkt haben wir Zahnbürsten (in USD), Kaugummis (in Riel) und Kekse (in Bhat) gekauft. Zusammenfassend hat Papa im Familiengeldbeutel zur Zeit nun neben den zwei Not-50-Euroscheinen, 500 und 100 Bhatscheine, 50, 20, 10, 5 und 1 Dollarnoten und noch 50000, 20000, 10000, 5000, 2000, 1000, 500 und 100 Rielscheine. Zum Glück sind die europäischen Scheine schön braun, der Dollar ist klassisch braunblau bzw. währungsgrün und asiatische Notenbanker haben einen offensichtlichen Faible fürs pink-violette. Wir wollen um Gotteswillen nicht bedauert werden, aber fragt bitte NIEMALS nach, wieviel Geld wir in Kambodscha ausgegeben haben 😉

Kambodscha aber hat noch mehr zu bieten als bunte Scheine. Die ersten beiden Eingewöhnungstage waren wir im beschaulichen Grenzort Kroh Koh Kong (sprich: Bhat Dollar Riel), haben dem wuseligen Treiben lachender Khmer zugesehen und die Kinder in einen postsozialistisch anmutenden Safari-Vergnügungspark geführt. Der Begeisterung der Beiden über die straff organisierten, kitschigen Tiger-, Krokodil- und Affenaufführungen tat auch die Tatsache, dass wir jenseits des Ticketschalters kein englisches Wort mehr vernahmen keinen Abbruch! Freude und Lachen lassen sich eben auch anders vermitteln.
Aber mehr noch als dressierte Tiere bietet der Südwesten Kambodschas wunderschöne und noch völlig unerschlossene Flusslandschaften mit wildesten Urwäldern und versteckten Dörfern. Mit der Aussicht auf “Schwimmen im Fluss” und “Schlafen in Hängematten” war es ein Leichtes, auch Benni und Lene von ein paar Urwaldtagen fernab jeder Straße zu überzeugen. So ließen wir uns an einer Brücke irgendwo zwischen Thailand und Phnom Penh vom TukTuk absetzen und bestiegen ein Boot flussaufwärts in den Dschungel. Die liebevollen britischen Gastgeber und die heimelichen Bungalows ließen den Dschungel dann aber überaus angenehm anmuten und erst die schwülheisse Wanderung durch den dichtesten Urwald, den wir bislang gesehen haben, machte uns klar, dass das kein Heimspiel ist. Nur ein toter Moskito ist ein guter Moskito! Diese Kleinstinsekten waren aber so ganz und gar nicht unser größtes Übel, vielleicht ahnten sie den ausreichenden Maalarone-Spiegel in unserem Blut, wahrscheinlich schreckte sie aber vielmehr die dicke Schicht NoBite auf jeder freien Hautstelle ab. Als grosse Plage dieses Ausflugs werden allerdings die kleinen, sich lebhaft am Urwaldboden rekelnden und jede Gelegenheit an Schuh und Hosenbein hochzukriechen nutzenden Blutegel in Erinnerung bleiben. Diese Biester verfolgen Mama wahrscheinlich noch heute in ihren Träumen und Papa kommt sich dank eines exponierten “Knutschfleckes” am Hals (zugegebenermaßen ein weiter Weg vom Urwaldboden) wieder wie 16 vor. Ben konnte während der zwei Stunden erfolgreich und tapfer alle Angriffsversuche von unten abwehren und Marlene wunderte sich, dass weder das Zubeißen der Tiere noch das Entfernen wehtat. So waren wir nach einem durchaus aufregenden aber trotz alledem sehr schönen Marsch froh, das Ziel, einen traumidyllisch gelegenen Wasserfall, erreicht zu haben. Und auch hier hielt die humorvolle Gastgeberin Wort (sie hatte uns bereits ausführlich über die Blutegel informiert) und bewahrte uns mit ihrem Tipp “socks on the rocks” vor schmerzhaften Stürzen auf den rutschigen Felsen.

Die Kinder, auch die großen, genossen das erfrischende Bad und dem Entdeckerdrang unseres Großen bot sich zwischen den Wasserläufen und Tümpeln genügend Raum und Halt. Während der geruhsamen Rückfahrt in einem kleinen Holzboot wurden wir glücklicherweise lediglich von einem, den Fluss querenden Reptil (wahrscheinlich ein mittelgroßer Waran) aufgeschreckt. Das versprochene Bad im Fluss gabs natürlich auch noch und Benni verbrachte sogar eine Nacht mit Papa gemeinsam in der Hängematte auf der Bungalowterrasse – ist wie Zelten nur enger 😉 Die Farben eines gewitterschwangeren Urwaldsonnenuntergangs zu beschreiben, versuchen wir an dieser Stelle erst gar nicht, auch unsere fotografischen Versuche scheiterten. Mit diesen lebhaften Erinnerungen, dem herausragenden Essen und den herzlichen Gastgebern ist der Rainbow-Lodge ein Platz in der Hitliste unserer liebsten Gästehäuser aber jetzt schon sicher! Leider mussten wir aufgrund einer unabwendbaren Hochzeit im Freundeskreis der Gastgeber bereits nach zwei Nächten weiterziehen und uns gen Osten wenden. Hier sind wir nun im Malle Kambodschas in Sihanoukville angekommen und sehen nach etlichen Tagen erstmals wieder andere westliche Touristen in zählbaren Mengen. Aber Diese stören uns nicht weiter, sondern liegen meist bloß mit geschlossenen Augen auf Liegen im Schatten, im Halbschatten oder in der prallen Sonne und verirren sich nur äußerst selten ins warme Wasser. Gestört fühlen wir uns hier vielmehr wieder von den bereits weiter oben beschriebenen Kleinstinsekten und ihren Verwandten, den Sandfliegen. Beide führen zu unangenehmen Hautirritationen und Letztere scheinen sich auch durch NoBite nicht von der Arbeit abhalten zu lassen. Wir genießen trotzdem das faule Strandleben und werden ab morgen noch ein paar Tage auf einer einsamen Insel dranhängen, bevor wir uns auch wieder kulturell reizvolleren Orten wie Kep, Angkor Wat und dem Tonle Sap zuwenden.

Wir melden uns bald wieder und können auch bald das Geheimnis lüften, wohin es uns nach Asien verschlägt… Die Reise geht weiter!
Auf bald
dieSteens

* 1USD = 4000 Riel 🙂

One Reply to “moskitos must die and socks on the rocks”

  1. Moin Moin ihr lieben,
    entschuldiegung erstmal das wir uns so lange nich gemeldet haben. wir haben uns sehr über die karte aus Indien gefreut und hätten gerne uns gemeldet doch wir hatten einen festplatten schaden und sind jetzt wieder online. wir freuen uns sehr euch wieder zu sehen. wo geht es denn für euch weiter kiel oder doch eine ander stadt????
    fühlt euch gedrückt
    glg sibylla

    p.s. freue mich sehr mit dir liebe lena wieder tee zutrinken und zu klengern

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